Wie setzen sich eigentlich die Kosten so eines Festivals zusammen?

Sicherlich gibt es auch bei Euch Lesern Mitbürger, die sich fragen, wieso wir eigentlich so eine “Riesensumme” für ein Festival benötigen.
Auch in dieser Hinsicht können wir euch eine gewisse Transparenz zeigen. Nicht in vollem Umfang, weil u.a. Gagenhöhen auch laut kommender Verträge “Betriebsgeheimnisse” sind. Aber einen Überblick können wir euch schon bieten.

Wir fangen aber mal mit einem Punkt an, bei dem wir enorme Summen sparen können und warum wir nun ein Gewerbegebiet gewählt haben.
Teure Kosten, das Gelände: Würde man, so wie früher, wieder mitten in der Wildnis landwirtschaftliche Flächen für einen bestimmten Zeitraum pachten, sind die Kosten für solche Flächen explodiert. Dank Maisfeldern, Raps u.a.. Reine Grünflächen sind rar geworden. Vor gut zwanzig Jahren haben wir für 25 Hektar um die 25.000 DM Pacht bezahlt. Heutzutage würde wahrscheinlich selbst für ein nur eintägiges Festival bei einer kleineren Fläche (Festivalplatz, Parkflächen, ohne Camping) von ca. 10 Hektar (je nach verlangter Länge des Pachtzeitraumes, ca. für 3 Monate) ein Betrag von bis zu 50.000 Euro entstehen. Grünflächen erholen sich schnell, jetzt aber müßte man noch zusätzlich Ernteausfall (Mais) und ähnliches mittragen. Dies ist nur eine Schätzung auf Basis jährlicher Durchschnittspacht in der Landwirtschaft.
Bei geschätzten 1500 – 1800 Besuchern müßte also auch der jetzige Eintrittspreis um rund 30 Euro erhöht werden. Bei mehr Besuchern sinkt das zwar, aber um mehr Besucher zu erreichen, würden dann wieder die unten genannten Gesamtkosten enorm steigen. Hinzu kämen Auflagen wegen Naturschutz, Brandgefahr u.ä.

Zu den jetzigen Kosten:

Gagen / Hotels / Catering Künstler ca. 18.000 Euro
Technik (Bühnen, Platzbeleuchtung, Strom) ca. 8000 Euro
Gema, Versicherungen, Ausfallversicherung. Künstlersozialversicherung ca. 6000 Euro
Platzgestaltung 1500 Euro
Security / Mitarbeiter 4000 Euro
Werbung inkl. Finanzierungskosten 5000 Euro
Feuerwehr, Rettungsdienst, Gebühren…

Dies ist natürlich nur eine grobe Übersicht, einige kleinere Summen fehlen auch, so das wir auf bis zu 45.000 Euro kommen werden. Es müssen also mindestens so um die 1300 Besucher kommen, was vom Programm her schon möglich ist. Viel mehr passen aber auch nicht auf den Platz, kommen ein paar hundert Besucher mehr, ist natürlich eine Gewinnzone erreicht. Nach Abzug von Steuern und Versicherung bleiben da allerdings für die einzelnen Veranstalter und Organisatoren, die das ganze Risiko tragen, nicht allzuviel Euros über. Dabei ist immer zu bedenken, dass ein Festival zwar nur, wie in diesem Falle einen Tag dauert, auch Monate Vorarbeit bedeutet.
Die Einnahmen aus dem Gastroumsatz haben wir hier außen vorgelassen. Von diesen Umsätzen müssen neben Einkauf u.a. die Ver- und Entsorgung (WCs. usw.), Mitarbeiter an den Verkaufsständen, Anteile Feuerwehr und DRK, Strom, Sitzmöglichkeiten, zusätzliche Zelte für alle möglichen Angebote und natürlich der Einkauf finanziert werden.

Und darum haben wir als Finanzierungsmodell das Crowdfunding gewählt. Wir bekommen zumindestens eine gewisse Grundsumme zusammen, das finanzielle Risiko mindert sich also erheblich. Immerhin hätten wir noch gut 5 Monate Zeit, weitere Tickets zu verkaufen und auch Sponsoren zu finden.

Man hätte das auch anders machen können:
Normale Tickets in die Vorverkaufsläden, dann irgendwann feststellen, das reicht niemals hinten und vorne nicht. Und das Festival absagen. Wenn dann nicht schon ein Teil des Geldes ausgegeben ist, bekommen die Ticketkäufer zwar ihr Geld wieder, aber die Vorverkaufsgebühr, die ja ebenfalls fällig gewesen wäre, um die 3,50 bis 5 Euro, bekäme man schon mal nicht wieder. Das Risiko ist also auch für den Ticketkäufer erheblich größer, leer auszugehen und für´s Geld nichts zu bekommen.
Da ist Crowdfunding doch fairer, oder?